„S Fliegerli“ 2013 im Hangar

16. Februar 2013 | Von | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

„Zem 20igschte Geburtsdaag vo de Dief-Flieger“

Seit 1998, in beinahe ununterbrochener Folge, findet im Vereinslokal der Basler Dief-Flieger Bänd an der Binningerstrasse in Allschwil, eine Vorfasnachtsveranstaltung statt. Für Insider und Fans der Kultband ein Pflichttermin. Wie in jedem Jahr, waren die Billette, welche vornehmlich an die Mitglieder ausgegeben werden, im Nu vergriffen. Bei einem Fassungsvermögen der Räumlichkeit von etwa 80 Personen und lediglich 2 Vorstellungen ist dies auch nicht sonderlich erstaunlich.

Bereits um 1900 Uhr war der Hangar gefüllt und füllen konnten sich die Gäste nun den Bauch mit einem Nachtessen, welches in der Hauseigenen Küche zurecht gemacht worden ist. Alsdann stürmte die Band die Startbahn. In Fasnachtskostümen, wie es sich für eine „Stuubete“ gehört. Hierbei soll ein Bandmitglied sein Kostüm jedoch bereits seit November nicht mehr abgelegt haben. Im Prolog lies Bandleader und Flugkapitän Walter „Wäppi“ Aeppli das vergangene Jahr in Versform Revue passieren, wobei er sich beim Publikum immer wieder mit einem lauten „OK“ bestätigen liess.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Nach ihren bekannten Liedern wie „Verzell doch das em Fäärimaa“ oder „Basler Ryviera“ wurden immer wieder kleine Nummern eingebaut, in welchen René Quinche mit Wortspielereien auf prägnante Themen wie die Uni-Mensa, den Weltuntergang, die BaZ oder den Ständerat eingegangen ist. Beim Letzteren konnten sich auch die Fluggäste des diesjährigen „Fliegerli“ als Stimmenzähler bewähren und versagten allesamt.

Für die Fasnachtsmusik wurde eigenes eine kleine Delegation der Hofnaare eingeflogen. Mit drei brillianten Vorträgen, wobei eines das aus dem Mimösli bekannten „oh Susanna“ war, wussten sie zu begeistern. Für die Trommelkunst war das Duo „d Giftmischer“ verantwortlich. Rassig und präzise ruessten sie bis die Turbinen glühten.

Auch eine Guggemuusig durfte natürlich nicht fehlen. Nun konnten natürlich nicht die Negro Rhygass einchecken, da das Gate mit den anwesenden Passagieren schon restlos ausgebucht war. So wurden die Bandmitglieder zur Gugge. „Wäppi“ an der Pauke, Esther Basler am Horn, Max Hofmann am Bierglas, Phil Sofia am Schlagzeug, Sämi Moor und Matthias Colombini an der Trompete, sowie René Quinche am Saxophon.
Das bevorzugte Instrument von Matthias Colombini ist jedoch nicht die Trompete sondern der Dudelsack und diesen bekamen die Flugpassagiere auch noch zu hören. Bei den Liedern „Du bisch my Stadt am Rhy“ (Melodie von Highland Cathedral) und „Müll ghört nit hai“ (Melodie von mull off kyintire) konnte er sein famoses Können unter Beweis stellen und sorgte für Gänsehaut und tobenden Applaus.

Fliegerli 2013

d Giftmischer

Fliegerli 2013

Sämi Moor und Megge Hofmann

Fliegerli 2013

D Hofnaare

Fliegerli 2013

D Hofnaare

Fliegerli 2013

d Schuumschleeger

Fliegerli 2013

Die Polyvalänte

Fliegerli 2013

Dr Pierrot

Fliegerli 2013

Dr Schwoobekäfer ooni Helge

Fliegerli 2013

Zyt isch doo

Fliegerli 2013

Esther Basler

Fliegerli 2013

Huusgugge

Fliegerli 2013

Huusgugge

Fliegerli 2013

fascht e Hyylgschicht

Fliegerli 2013

Matthias Colombini

Fliegerli 2013

René Quinche

Fliegerli 2013

s spizzig Ryssblei

Fliegerli 2013

Tam Tam

Walter "Wäppi" Aeppli

Fliegerli 2013

1

Fliegerli 2013

Walter „Wäppi“ Aeppli

Fliegerli 2013

Was wäre ein „Fliegerli“ ohne Schnitzelbängg, kein Grounding aber allenfalls eine Bruchlandung. Dies wusste Pilot „Wäppi“ zu vermeiden und lud gleich eine ganze Palette von „Spitzebängg“ ein. „Die Polyvalänte“ (Comité-Schnitzelbangg) hatten dabei die Aufgabe die noch angeschnallten Passagiere mit einem Snack zu verwöhnen. Dies ist ihnen leider nicht ganz gelungen. Besser machte es da „dr Pierrot“ (Comité-Schnitzelbangg). Er konnte die Gäste mit seinen treffenden Versen für sich gewinnen. Ein Geheimtipp für die Fasnacht 2013 stellen „d Schuumschleeger“ (Bängg fir Basel) dar. Sie haben ihr gesangliches Konzept umgestellt und das ist eingeschlagen wie eine Fliegerbombe. Bravurös. „Dr Schwoobekäfer“ (Comité-Schnitzelbangg) hatte einen kurzen Anflugsweg, war aber auf Grund der fehlenden „Helge“ offenbar etwas gehandikapt. Fulminant und wie gewohnt treffend, präsentierten sich „Tam Tam“ (Bängg fir Basel). Grandios, was die beiden wiederum auf die Piste bringen. Kurz vor der Landung erschien dann auch noch „s spitzig Ryssblei“ (Bängg fir Basel). Mit 4 Wochen Mimösli und dem eigenen Fanclub im Handgepäck, sorgte er für Lacher auf dem gesamten Flugareal.

Nach einer beinahe „Hyylgschicht“ vorgetragen von Sämi Moor, neigte sich der fast 3 ½ Stunden dauernde Flug rund um Basel, seinem Ende entgegen und d Dief-Flieger landeten rechtzeitig und Zielgenau um die Passagiere an den Morgestraich zu entlassen.

„s Fliegerli 2013“ eine Veranstaltung nicht nur für Hardcorefans der Basler Plauschband sondern eine wiederum geglückte Einstimmung für die selige Fasnachtszeit, mit vielen kleinen „Dääfeli“ und einem grossen Strauss Mimosen.

„D Dief-Flieger e Basler Bänd“, rund um den Bandleader Walter (Wäppi) Aeppli, besteht seit 1993. Was in Cliquenkeller während der  Fasnachtszeit begann, hat sich zwischenzeitlich zu einem veritablen Ganzjahresjob gemausert. An unzähligen Veranstaltungen und Festivitäten in und um Basel haben sich die momentan 6 Musiker einen Namen gemacht. Im 2004 haben sie sogar eine Sensation geschafft. Für ihre 2002 FCB-Maischter-Hymne „Wär nit gumpt, dä isch kai Basler“ haben die Kultmusiker eine „Goldene Schallplatte“ erhalten. Inzwischen haben sie bereits ihre 10 CD auf den Markt gebracht.

Kontakt: aeppli@diefflieger.ch / www.diefflieger.ch