Basel Tattoo 2012: Voller Emotionen

9. Juli 2012 | Von | Fotos: Dennis L. Rhein

Ein Anlass voller Emotionen – so soll das Tattoo 2012 aussehen; dies erklärte Produzent Erik Julliard an der traditionellen Medienorientierung auf der Kaserne. Die Emotionens-Wogen seien wegen den bekannten Verhinderungsversuchen schon weit vor dem Tattoo hoch geschwappt – jetzt überwiege Vorfreude, aber auch Nervosität. Julliard zeigte sich überzeugt, dass der Jahrgang 2012 ein mitreissendes und auch sehr spezielles Tattoo ergeben wird. Ein Tattoo, das wegen der fehlenden englischen Formationen (noch) internationaler wird.

Der Tattoo-Produzent kam zu Beginn der Vorschau auf das diesjährige Programm nicht umhin, auf die jüngste Vergangenheit zurückzublicken. Es sei ein schwieriges erstes Halbjahr gewesen mit dem Rekurs einer kleinen Gruppe, der auf Behinderung oder gar Verhinderung des Basel Tattoo gezielt habe. Dass der Tattoo-Macher ob diesem Vorkommnis zeitweise „ratlos und traurig“ gewesen sei, kann man auch in seinem Programmheft-Vorwort nachlesen: Da baue man mit „hektoliterweise Herzblut“ etwas Erfolgreiches auf, das tausenden von Menschen eine Freude bereite – und sehe dies dann durch einige Wenige gefährdet.

Glücklicherweise könne man sich jetzt aber auf ein „wunderschönes Programm“ freuen, zeigte sich Julliard erleichtert. Als einen der Höhepunkte nannte der Produzent die Militärmusik der zur Zeit in Liestal befindlichen Rekrutenschule: „Wenn die „Alperose“ singen, wird der Funke ins Publikum überspringen“. Seine Wirkung ebenfalls nicht verfehlen dürfte der „Wilhelm Tell“ der New Zealand Army Band kurz vor dem Finale. Und vor diesem Finale wird das Publikum mit dem Top Secret Drum Corps wieder mal seine Lieblinge sehen dürfen. „Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, etwas noch besseres und überraschendes zu kreieren. Es ist uns aber wohl auch im 2012 gelungen“, meinte Julliard, der die Formation für den 4. Auftritt am Basel Tattoo zusammen mit seinem Bruder trainiert.

Gemischte Gefühle hat Julliard wegen des Olympia-bedingten Fehlens der englischen Formationen. Vor allem beim Opening würden diese schon sehr fehlen, deshalb habe man sich hier für etwas ganz neues und viel Feineres – eben: Emotionaleres – entschieden. Auch sei die britische Absenz die Chance, einges neues auszuprobieren und den Anlass internationaler zu gestalten. So finden sich gleich zwei russische Formationen im Programm, was nicht zuletzt mit dem 200-Jahre-Jubiläum des russischen Sieges über Napoleon begründet wird. Selten ist auch der Auftritt der dänischen Formation, die sonst ausschliesslich im Zusammenhang mit Königshaus agiert. Und für alle Freunde eines Drill Platoons: Auch diese Attraktion kommt wieder zum Zug. Statt den schon gewohnten Norwegern ist es dieses Mal das Lochiel Marching Drill Team aus Neuseeland.

Freuen darf man sich auch die Solonummern. Nicht vom „Olympia-Bann“ betroffen ist zum Glück das Tattoo-„Urgestein“ Stewart Samson; dazu kommt der US-Starflötist Skip Healy. Die beiden intonieren unter anderem ein Stück, dass an die Landung der Allierten in der Normandie im 2. Weltkrief erinnert. Für Healy eine sehr emotionale Nummer, war sein Vater doch am D-Day am normannischen Strand dabei. Und auch die Ailsa Craig Highland Dancers kommen wieder zum Zug. An der Medienkonferenz stimmten sie die Anwesenden mit einer schweisstreibenden Kostprobe ein.

Wie immer gibt es neben den Vorstellungen in der Arena den Ausflug nach Luzern (bereits heute) ins KKL und das Mini-Tattoo mit Parade in Freiburg i. B.  Auch die traditionelle Parade am 21. Juli vom Münsterplatz quer durch die Stadt und durch das Claramattenfest wird nicht fehlen. Neu dazu kommt am 14. Juli der „Basel Tattoo Kindertag“, von 14.00 bis 15.30 Uhr im Innenhof der Kaserne. An diesem  – kostenlosen – Anlass können die Jüngsten mit dem Tattoo und seinen Exponenten auf Tuchfühlung gehen; natürlich gibt es ein „Zvieri“ und ein „Bhaltis“. Damit dürften an diesem Samstag so viele Kinder auf dem Kasernen-Areal sein wie sonst das ganze Jahr nicht..

Das Basel Tattoo 2012: voller Emotionen und mit beeindruckenden Zahlen. Einige wenige davon: 400 t Stahl wurden verbaut und 6 km Stromkabel verlegt. Knapp 500 Helferinnen und Helfer unterstützen die rund 1’000 Mitwirkenden – für all diese werden während des Tattoo 10’000 Übernachtungen organisiert und 36’000 Mahlzeiten serviert.. Das Menu ist angerichtet – ab dem 13. Juli wird in der Arena serviert.

 

Basel Tattoo 2012: 13. – 21. Juli, Kaserne Basel, Mo. und Di. 21.30 Uhr, sonst 17.30 Uhr und 21.30 Uhr. 14. Juli, 14.00 Uhr Kindertag,  15. Juli, 11.00 Uhr, Gratiskonzert in den Langen Erlen. 21. Juli, 14.00 Tattoo Parade. Weitere Informationen auf www.baseltattoo.ch