Fasnachtsgottesdienst: Lebensfülle in voller Kirche

26. Februar 2012 | Von | Bilder: Olly Klassen | Kategorie: Nachrichten

Unter dem Motto „Fülle des Lebens – Fülle der Fasnacht“ bot der Fasnachtsgottesdienst in der Offenen Kirche Elisabethen zum 13. Mal viel Lustiges, einiges Besinnliches und vor allem eine Fülle von Fasnächtlichem. Die bis auf den letzten Platz gefüllte Kirche erwies den Darbietenden zu Recht eine Standing Ovation. Wer danach keine Lust auf Fasnacht hatte, ist selbst schuld.

Für Piccolos und Trommeln ist eine Kirche der richtige Platz, vor allem, wenn die Instrumente so gehandhabt werden wie am Vorfasnachts-Sonntag in der Elisabethenkirche. Die Pfeifergruppe unter Leitung von Michèle Zeggari und das (verdächtig an „Apricot“ erinnernde“) Trommeltrio brachten perfekte Fasnachtsstimmung in das Kirchenschiff. Schon der „Barogg“ zu Beginn liess das Publikum träumen, das choral-ähnliche „Drachennäscht“ hatte dann echten Hühnerhauteffekt.

Gäll de kensch mit nit?

Gäll de kensch mit nit?

Gäll de kensch mit nit?

Gäll de kensch mit nit?

Gäll de kensch mit nit?

Gäll de kensch mit nit?

Gäll de kensch mit nit?

Gäll de kensch mit nit?

Gäll de kensch mit nit?

Während die – unverstärkte – Fasnachtsmusik da keinerlei Probleme hatte, mussten die übrigen Auftretenden schwer mit der Technik kämpfen. Die Mikrophone waren mal zu leise eingestellt, meist aber hallte und übersteuerte es. Darunter litten auch die beiden Schnitzelbänke „Dootebainli“ und „Venezianer“, die aber auch noch gewisse Schwierigkeiten mit der Synchronität hatten. Im einen Fall könnte es daran gelegen haben, dass ein Mitglied der Formation noch knapp vor Beginn aus dem Bett geklingelt werden musste, um die Veranstaltung nicht zu verschlafen. Bei beiden „Bängg“ hatte es aber einige schöne Verse und eigentlich keinen „Abschiffer“.

Wie zu einem richtigen Gottesdienst auch gehörend, gab es eine Predigt. Pfarrer André Feuz zeigte sich seinen Glaubensbrüdern und -schwestern gegenüber erst ziemlich selbstkritisch, als er aus dem Traktat einer evangelischen Gemeinschaft zitierte, welche die Fasnacht für einen Ausbund „des Saufens und Fremdgehens“ hält. Feuz empfahl statt des Fremdgehens, mit Fremden zu gehen und so die Fülle des Lebens zu erfahren. Die Fasnacht sei ein herrliches Beispiel für Vielfalt und Fülle – und damit ein Vorbild für das „normale“ Leben.

Der absolute Knaller kam zum Schluss des Gottesdienstes, als die Marble Bags ihr Beatles-Medley aus dem Fasnachtsbändeli 2012 anstimmten. Glücklicherweise hatte man zu diesem Zeitpunkt auch die Technik im Griff. Der „Ufftaggt“ ein Haus weiter im Stadttheater fand dieses Jahr bekanntlich nicht statt – der Fasnachtsgottesdienst konnte die Funktion des Fasnachtsauftaktes aber problemlos übernehmen.