«Fasnachtskiechli 2011»: Kracher, leicht weichgespült

1. Februar 2011 | Von | Bilder: Dennis L. Rhein | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

Den einen oder anderen echten Kracher hat es im diesjährigen Fasnachtskiechli, insgesamt sind die Nummern aber deutlich harmloser als in früheren Jahren, ja fast etwas weichgespült. Diejenigen, welche den Protagonisten Almi und Salvi gerne vorwarfen, an der Sauglocke zu läuten, werden es geniessen, dass die Gürtellinie nicht im Viertelstundentakt unterschritten wird. Andererseits verliert die Veranstaltung dadurch auch etwas an Pfeffer. Kurz: Man merkt den Einfluss des neuen Texters Aernschd Born.

Fasnachtskiechli Baustelle

Im Verkehr läuft einiges verkehrt.

Aber, wie gesagt: Es hat durchaus Kracher im Programm. so vor allem in der Nummer vor der Pause mit einem ungewöhnlichen Protagonisten. Pfeiffer, Tambouren, Guggenmusiken und Schnitzelbänggler erlebt man an den unzähligen Vorfasnachtsveranstaltungen ja oft, nicht dagegen eine Wagen-Clique – ausser am Fasnachtskiechli. Tatsächlich kommt da ein Ein-Mann-Wagen gefahren, es gibt Rap vom Räppliwagen und echte Mimösli. Dazu ein eingängiger und schmissiger Text vom Feinsten.

Auch andere Nummern waren vom Feinsten – eben vielleicht sogar etwas zu fein. Nach der Pause wurden aber auch die Pointen bissiger, etwa, als sich ein Ueli am Vogel Gryff ins Grossbasel verirrt, was er bald daran merkt, dass ihm kaum mehr Kopftücher begegnen. Oder als zwei Elsässer im Sperrgut einen Dreitritt entdecken: Die Karriereleiter von Peter Malama. Und ganz toll war auch ein besinnlich-melancholisches Solo von Almi über diejenigen Basler, die sich selbst nur an der Fasnacht ausstehen können.

Hier wurde Hebel nicht vergessen.

Hier wurde Hebel nicht vergessen.

Trotz des geringen Personalaufwands fehlte auch sonst bei der vierten Auflage des Zwei-Mann-Theaters nichts, nicht einmal der Schnitzelbangg. Das Krampfoodere-Geschwader (würde man das nicht mit „G“ schreiben?) amüsierte mit einem guten Blaggedden-Vers und der Erklärung, wo man das Drachen-Center findet: Im Bundeshaus. Aber Schluss; mehr Pointen sollen hier nicht verraten werden.

Fasnächtlich musiziert wird auch.

Fasnächtlich musiziert wird auch.

Verraten werden soll aber noch, dass auch sehr originell fasnächtlich musiziert wurde, wobei dies in diesem Jahr etwas spärlich daherkommt. Weiter, dass Almi und Salvi immer dann am besten sind, wenn sie sich gegenseitig hochnehmen. Und zum Letzten, dass der Kulissenschieber das Zeug zum Publikumsliebling hat. Und, ach ja: Es hat noch ein paar Tickets. Wäre schade, sie nicht zu nützen – man amüsiert sich nämlich bestens.

Siehe auch den Videobericht sowie die Bildergalerie.


Fasnachtskiechli 2011  «Die keinste und originellste 2-Personen-Vorfasnachtsveranstaltung» mit Almi & Salvi. Im Scala Basel, Freie Strasse 89. Weitere Vorstellungen: 3. – 26. Februar, jeweils Do. bis Sa. 20.00 Uhr, dazu So., 6. Februar, 18.00 Uhr. Eintrittspreise: 52 Franken, Ermässigte (AHV, Studenten, Gruppen ab 10 Personen) 47 Franken. www.fasnachtskiechli.ch