Mimösli 2011 / Jubiläumsshow im TV-Studio

22. Januar 2011 | Von | Bilder: Ivo Birrer | Kategorie: Nachrichten, Top-Thema

20 JOOR MIMÖSLI / Das Häbse-Theater wird – wie schon in den letzen beiden zwei Jahren – zum TV-Studio. Diesmal befindet sich der Zuschauer allerdings nicht in einer Casting Show (2009), sondern in der grossen Jubiläumsshow:  Das Mimösli feiert Geburtstag – und wie: Im knapp dreistündigen Programm sorgt das bewährte Mimösli-Team für Lacher und musikalische Highlights, aber es treten auch prominente Gratulanten auf.

Häbse H. J. Hersberger

Häbse H. J. Hersberger

Beny Rehmann, Hazy Osterwald, George Gruntz, Andres Vollenweider, Bo Katzman, Pepe Lienhard,  Pino Gasparini und der kürzlich verstorbene Komiker Alfredo Smaldini – sie alle standen schon als Stargäste auf der Bühne des Häbse-Theaters. Und mit ihnen allen gibt es ein kurzes Wiedersehen, teils in eingespielten Video-Botschaften, teils in einem kurzen Mimösli-Rückblick, der die Highlights der letzten 20 Jahre Vorfasnacht im Häbse-Theater zeigt.Manch einer mag sich dieses Jahr mehr solche jubiläumsbedingten Spezialitäten gewünscht haben. Das Mimösli 2011 setzt aber ansonsten auf den gleichen bewährten Mix wie jedes Jahr, was sicherlich nicht falsch ist: Jeweils um die 50 (!) ausverkaufte Vorstellungen sprechen eine deutliche Sprache.

Joël von Mutzenbecher begrüsst als TV-Moderator die Premieren-Gäste und führt durch «20 Jahre Mimösli.» Die eine oder andere Nummer hat gewisse Längen, dreieinviertel Stunden dauert das Programm inklusive Pause. Dafür werden immer wieder die Lachmuskeln strapaziert, etwa wenn Hausherr Häbse im «Schlaumeier-Quiz» der erfährt, wie wichtig es ist, einen gewissen ehemaligen Bundesrat ganz genau zu zitieren. (Hiess es nun B-B-B-Bünderfleisch oder B-B-B-B-Bünderfleisch..?) Besonders schön ist das Bühnenbild für die Ensemble-Schauspieler (Häbse H.J. Hersberger, Hedy Kaufmann, Nicole Loretan, Rinalda Caduff und Maik van Epple) im zweiten Teil des Programms. Die Mimösli-Beiz wird wieder zum Leben erweckt, und sorgt für einen nahtlosen, gelungenen Übergang der Programmpunkte. Neu im Ensemble ist Carlos Amstutz als herrlich trotteliger Polizist und Urs Werner Jäggi als stimmgewaltiger Basler Politiker «Quiche Lorraine» – jegliche Namensähnlichkeit  mit einem real existierenden Grünen Politiker (der gestern im  Premiere-Publikum sass) ist natürlich rein zufällig. In diesem gelungenen Rahmestiggli löst das Ensemble das Rätsel, wie Quiche Lorraine es zum König von Basel geschafft hat.

Für ordentlich Lärm im heimeligen Häbse-Theater besorgt: Pumperniggel

Im Prolog lassen die Häbse-Schauspieler wie allewyl bissig das vergangene Jahr passieren und warten dabei zum Beispiel mit einer möglichen – selbstverständlich keuschen – Kondomverwertung für den Papst auf und machen in einer gelungenen Pointe klar, wo Basels grösstes Fümoar ist. Apropos Fümoar: Basels einzigartiger Widerstand gegen das Rauchverbot ist auch Thema im 2.Teil und Fümoar-Sekretär Thierry Julliard höchstpersönlich spaziert seelenruhig mit brennender Zigarette in die rauchfreie Mimösli -Beiz. Julliard zeigt sich aber nicht nur als Protestler, sondern der Mann kann auch pfeifen. Zusammen mit Giselle Janser und Christoph Meury tritt er als «Schreyholztrupp» in der Schlussnummer auf. Dabei werden auch dieses Jahr Piccolo-Klänge mit einem andern Instrumenten gemischt, heuer wird ins Horn geblasen und zwar vom Lörracher Heiner Krause, unterstützt von den Hornisten Mark Gebhart und Pascal Deuber. Das Horn-Trio unter Krause kommt punkto Prominenz zwar nicht an die früheren Überraschungsgäste heran, besticht aber mit einem einnehmenden Auftritt und kann so den grössten Applaus des Abends verbuchen.

Hofnarre und stickStoff

Die von George Gruntz geschriebene Komposition «Nundedie scho 20 Joor» virtuos vorgetragen von den Hofnaare und stickStoff.

Musikalisch ansprechend und abwechslungsreich wie allewyl ist die Jubiläumsausgabe im Häbse-Theater mit der Mimösli-erprobten Pfeifergruppe «Hofnaare» und der Tambourengruppe «stickStoff». Den Auftakt machen beide zusammen in schönen Basler Kostümen mit «Nundedie scho 20 Joor!», einem Marsch von George Gruntz. Besonders gut kommen die Pfeifer an mit dem von Claudio Cotti arrangierten Marsch «Fasnacht im Zolli» an, ein optisch sehr besonderer Auftritt mit tollen Schatten-Spielen, mehr sei hier noch nicht verraten.  Die Tambouren zeigen, dass sie nicht nur die eigentliche Trommelkunst beherrschen, sondern in der Mimösli-Beiz auch im wahrsten Sinne des Wortes «bächere» können- auch hier gilt: Hingehen und anschauen.

Seit Jahren mit dabei und auch bei der Jubiläumsausgabe auf der Mimösli-Bühne sind die Schnitzelbängg «s’Bangg-Ghaimnis» und «d’Joggeli». Sie verbuchten die grössten Lacher mit spitzen Versen zu Sabine Pegoraro und ihrem Polizei-Aufgebot bein Harrassenlauf sowie zur Basler Zeitung : die Verbindung BaZ- Groundling wird der gestern ebenfalls anwesende BaZ-Verleger Moritz Suter an der Fasnacht wohl noch ein paar Dutzend Mal zu hören bekommen..

Vor der Pause ist es wie allewyl Zeit für eine Guggemusik, bei der Premiere waren es die «Pumperniggel». Sie schränzen los mit «wann wird’s’ mal wieder richtig Sommer..?», und sprachen damit im Anbetracht der gestrigen Witterung wohl manchem Zuschauern aus dem Herzen. Verlässlicher lässt sich da glücklicherweise die Frage beantworten «wann wird’s mal wieder richtig Fasnacht..?» Punkt 04.00 Uhr am 14.März natürlich… Das Mimösli 2011 wird zur Vorfreude auf diesen Moment sicherlich beitragen können.

Siehe auch den Podcast-Bericht sowie die Bildergalerie