«Adväntli» – Irrwitzige Vorweih- und -fasnacht

9. Dezember 2010 | Von | Bilder: Olly Klassen | Kategorie: Nachrichten

Irrwitzig im wahrsten Sinn des Wortes präsentiert sich das jüngste Kind der Vorfasnachts-Szene. Das Adväntli ist sowohl witzig wie auch ein bisschen irre – und vor allem ganz anders als alle anderen. Brilliert wird mit Texten, die für alle nachfolgenden Veranstaltungen eine sehr hohe Latte setzen, schöner weih- und fasnächtlicher Musik und einem Schuss Besinnlichkeit.

Anders ist das Adväntli ganz sicher. Das beginnt natürlich mit dem Premierendatum Mitte Dezember. Das geht weiter damit, dass an der Premiere keinerlei Prominenz und „Adabeis“ zu sehen sind. Sie wurden laut Obmann Seppi Hofstetter schlicht nicht eingeladen. Es geht weiter im Programm, wenn statt der drei Heiligen Könige deren neun erscheinen oder sich zwei Marias im Krippenspiel einen Zickenkrieg liefern. Und es endet zeit- und stilgemäss damit, dass man zum Abschied an der Türe ein Weihnachtsguetzli mit auf den Weg bekommt.

Dazwischen erwarten einen zwei Stunden beste Unterhaltung. Vor allem die Texte verblüffen mit feinstem Witz, subtilen Pointen und vielerlei Überraschungen. Man nimmt sich auch immer wieder selbst hoch, wenn mehrfach behauptet wird, nur völlig Irren könne einfallen, in der Vorweihnachtszeit Vorfasnacht zu machen. Es ist aber alles stilgerecht: Dr Seibi-Stroossebangg kommt als (eben etwas zahlreiche) drei Könige, die Dixie Brother als Heilsarmee und mit dem Heiri passt auch der zweite (und herrlich bissige) Bangg in den Stall.

Musikalisch ist es teils weih-, teils fasnächtlich, wobei auch ganz andere Stilrichtungen reinspielen – auf alle Fälle, Hypokras sei Dank, alles auf bestem Niveau! Besonders das letzte Thema in Grossbesetzung, genannt „Little Drummerboy“ brachte zu Recht eine Riesen-Ovation. Das Gospel-Medley kurz zuvor stand diesem in nichts nach.

Da beim Adväntli auf erfrischende Art und Weise auf jegliche Eitelkeit und Zurschaustellung der eigenen Person verzichtet wird, sollen jetzt auch an dieser Stelle nicht einzelne Namen aufgezählt werden: Grossartig waren alle! Dass heisst: Eine Ausnahme macht der Kritiker: Dany Wehrmüller hat nicht nur als Regisseur eine tolle Show auf die Bühne des Schalander-Saals gebracht, er rührt auch selbst als Sänger von der Notschlafstelle zu Lach- und sonstigen Tränen.

Als Fazit: Das Adväntli unterhält, ist speziell und des öfteren überraschend. Eine „kleine“ Vorfasnachtsveranstaltung, die aber die eine oder andere „grosse“ Nummer hat. Und die gute Nachricht: Es hat noch einige Billetts…

Videobericht unter Podcasts

Ab sofort steht auch eine Bildergalerie des Adväntli zur Verfügung: Bildgalerie